3. NFDM-Sprint - erste Erprobung des Notfalldaten-Managements

Informationen zur Durchführung der Erprobung

Durch die vom Gesetzgeber ab 2018 vorgeschriebene bundesweite Einführung des Notfalldaten-Managements (NFDM) mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) werden in Arztpraxen und Krankenhäusern neue Arbeitsabläufe und neue technische Komponenten (z. B. elektronische Heilberufsausweise) Einzug halten. Zuvor sind deshalb umfangreiche Erprobungen unter realen Bedingungen des Gesundheitswesens notwendig.

Im Projekt NFDM-Sprint soll die Akzeptanz für die Arbeitsabläufe bei Anlage und Aktualisierung von Notfalldatensatz (NFD) und Datensatz Persönliche Erklärungen (DPE) untersucht werden. Außer einem für das Projekt angepassten Praxisverwaltungs-bzw. Krankenhausinformationssystem (PVS/KIS) werden in NFDM-Sprint noch keine weiteren technischen Komponenten wie zum Beispiel elektronische Heilberufsausweise (eHBA) erprobt. Auch die eGK der Patienten kommt in NFDM-Sprint noch nicht zum Einsatz. 

Regionale Durchführung

Während der Projektlaufzeit von sechs Monaten werden circa 40 Ärzte in Praxen in Münster und Umgebung sowie im Universitätsklinikum Münster circa 4.000 NFD – und auf Wunsch von Patienten auch DPE – anlegen.

Wissenschaftliche Begleitung

Der Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg befragt Ärzte und medizinisches Fachpersonal im Projektverlauf insgesamt dreimal zu den neuen Arbeitsabläufen. Zusätzlich erfolgt durch die Stabsstelle Telemedizin des Universitätsklinikums Münster eine wissenschaftliche Auswertung der von den Ärzten angelegten pseudonymisierten NFD und DPE. Für weitere Informati-onen, insbesondere über den Zeitbedarf bei der Anlage, werden ergänzend Daten des PVS/KIS ausgewertet. 

Das gesamte Forschungsvorhaben wird mit Genehmigung der zuständigen Ethik-Kommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt. 

Auftraggeber und Projektleitung

Auftraggeber und Leiter des Projekts NFDM-Sprint ist die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) in Berlin zusammen mit der Bundesärztekammer (BÄK) als einem der Gesellschafter der gematik. Der BÄK obliegt im Auftrag aller gematik-Gesellschafter die fachliche Verantwortung für die Einführung des NFDM der eGK und so auch für das Projekt NFDM-Sprint.

Was NFDM-Sprint für teilnehmende Ärzte und medizinisches Fachpersonal bedeutet

Die teilnehmenden Ärzte und das medizinische Fachpersonal sollen im Projekt NFDM-Sprint pro Praxis und im Universitätsklinikum Münster jeweils bis zu 125 NFD und auf Wunsch von Patienten auch DPE anlegen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Anlage von NFD.

Anpassung von PVS/KIS

Für das Projekt werden das von den teilnehmenden niedergelassenen Ärzten verwendete PVS und das KIS des Universitätsklinikums Münster (UKM) angepasst. Die Ärzte und das medizinische Personal erhalten durch den Hersteller des PVS beziehungsweise den Geschäftsbereich IT des UKM eine technische Einweisung zum Umgang mit der angepassten Software.

Information und Befragung der Teilnehmer

Die beteiligten Ärzte und das medizinische Personal nehmen an einer einmaligen Informationsveranstaltung einige Wochen vor Beginn der Anlage von NFD/DPE teil. Zudem werden sie während des Projekts dreimal für rund 30 Minuten von Mitarbeitern des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum Projekt befragt.

Abholung und Abgleich von NFD und DPE

Im Projektverlauf holt ein Mitarbeiter des Universitätsklinikums Münster (UKM) zu insgesamt sechs Zeitpunkten die Datensätze (NFD und DPE) mit einem Datenträger in den Praxen der teilnehmenden Ärzte ab. Die Daten werden vor dem Export auf den Datenträger durch das PVS pseudonymisiert und verschlüsselt. Zusätzlich werden die Daten in einigen Praxen stichprobenhaft auf Übereinstimmung mit den tatsächlichen Patientendaten abgeglichen.

Detaillierte Informationen zu beiden Verfahren erhalten die teilnehmenden Ärzte im Rahmen der Informationsveranstaltung zu Projektbeginn.

Abholung der Datensätze durch Mitarbeiter des Universitätsklinikums Münster (UKM) und anschließende Auswertung der Daten im UKM.

Patientenbefragung

Im Projekt NFDM-Sprint ist auch die anonyme Befragung einer zufällig ausgewählten Patientenstichprobe vorgesehen. Patienten erhalten dazu in der Praxis einen Umschlag mit Patientenfragebogen und Rückumschlag. Die Auswertung erfolgt durch den Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Nutzung von NFD und DPE im Rahmen von NFDM-Sprint

Statistisch ist anzunehmen, dass circa ein Prozent der Patienten (n = 40), die einen NFD erhalten haben, im Projektverlauf in einer Notfallsituation behandelt werden. In solchen Situationen steht dem behandelnden Arzt dann der NFD als Ausdruck zur Verfügung. Der NFD enthält daher einen Informationstext mit der Bitte an den behandelnden Arzt, in den Tagen nach der Notfallversorgung die Projektkoordinierungsstelle im UKM zu kontaktieren, um an einer kurzen Befragung teilzunehmen. Zusätzlich werden die potenziell betroffenen Rettungsdienste in der Region Münster über das Projekt informiert.

Kontakt für Ärzte, die in der Projektregion NFD gelesen haben:

Universitätsklinikum Münster (UKM)
Stabsstelle Telemedizin

Tel.: 0251 83-58222

Fax: 0251 83-56318

E-Mail: telemedizin@ukmuenster.de

(CAVE: Versenden Sie keine patientenbezogenen Daten per E-Mail!)

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